PNP 10.08.18: SPD sagt Nestlé-Mitarbeitern Hilfe zu

Veröffentlicht am 12.08.2018 in Landespolitik

Solidarisch mit den Nestlé-Labor-Mitarbeitern, deren Jobs bedroht sind, zeigten sich Sozialdemokraten und Gewerkschafter: Tögings 3. Bürgermeister Günter Zellner (von links), MdL Günther Knoblauch, Landtagskandidat Kilian Maier und Natascha Kohnen mit stv. Nesté-Betriebsratsvorsitzender Brigitte Tschager und Mitarbeiterin Alexandra Ortmaier, Georg Schneider von der NGG, MdB Dr. Bärbel Kofler, Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner und Tögings SPD-Ortsvorsitzende Birgit Noske. Foto: Brandl

Natascha Kohnen: "Wir werden tun was wir können" – Spitzenkandidatin spricht in Töging vor 500 Zuhörern

Töging. Die SPD will sich für die 85 Labor-Mitarbeiter von Nestlé in Weiding einsetzen, deren Arbeitsplätze in Gefahr sind: Das hat Natascha Kohnen, Vorsitzende der BayernSPD und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, am Mittwoch in Töging zugesagt.

Die Politikerin war vor ihrer Rede vor rund 500 Zuhörern im Volksfeststadl von einer Gruppe von Nestlé-Mitarbeitern empfangen worden, die mit Transparenten auf ihre Situation (der Anzeiger berichtete) aufmerksam machten. Kohnen schüttelte allen die Hand und nahm sich Zeit für ein Gespräch mit Georg Schneider von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). In der Rede sagte sie zu: "Wir werden alles tun (...) dass wir euch in eurem Kampf um eure Arbeitsplätze unterstützen. Das wird nicht einfach – aber wir werden tun, was wir können, damit ihr eure Arbeitsplätze behalten könnt!"

 

Immer wieder betonte Kohnen, in Bayern werde es in den nächsten Jahren auf starken gesellschaftlichen Zusammenhalt ankommen: Viele Menschen hätten das Gefühl, dass momentan "etwas ins Rutschen kommt." Verbreitet sei die Angst, dass man sich das Dach überm Kopf nicht mehr leisten könne. Dies aber sei "die soziale Frage der nächsten Jahre!"

Während der Bund die Mittel für den Wohnungsbau in den letzten Jahren verdreifachte, habe der heutige Ministerpräsident Markus Söder die Gelder dafür in Bayern im selben Zeitraum halbiert. Die Wohnungsbaugesellschaft GBW habe er "dem freien Markt zum Fraß vorgeworfen". Dass ein Kauf durch den Freistaat an EU-Vorgaben scheiterte, sei "glatt gelogen", so Kohnen. "Wohnungsbau mit voller Kraft" müsse die Devise lauten, sagte sie: 5000 Wohnungen pro Jahr sollten durch eine Wohnungsbaugesellschaft errichtet werden. Um den Familien zu helfen, sei bessere Kinderbetreuung nötig. Erzieherinnen und Erzieher hätten "mehr Verantwortung als jeder Finanzjongleur", stellte sie fest und forderte eine angemessene Entlohnung. Für die Einrichtungen zur frühkindlichen Betreuung seien bei Kostenfreiheit längere Öffnungszeiten und eine Ferienbetreuung nötig.

Sie kam auf die Kinderarmut zu sprechen, von der in Schweinfurt oder Hof jedes 5. Kind bedroht sei. "Wir sind ein starkes Land, wir müssen diese Kinder mitnehmen", forderte sie unter großem Applaus.

Mit Blick auf die Arbeitswelt forderte sie, man müsse den Arbeitnehmern das Recht auf Weiterbildung einräumen. Wer "fit im Kopf" ist, müsse nicht fürchten, dass ihm eine Maschine die Arbeit wegnehme. Bayern sei neben Sachsen das einzige Bundesland, wo es ein solches Grundrecht noch nicht gebe. Die CSU lehne ein solches Gesetz ab, weil man angeblich "keine bildungswütigen Arbeitnehmer" brauche.

Energisch wandte sich Kohnen gegen befristete Arbeitsverträge, die auch Bayern jedes Jahr 800 Lehrern anbiete: "Damit muss Schluss sein!" Der Freistaat müsse stattdessen Vorbild sein für die Wirtschaft. Jedoch schere sich Bayern momentan "einen Dreck" darum, unter welchen Bedingungen die Menschen in den von ihm beauftragten Firmen arbeiteten.

Die CSU wolle die Grenzen schließen, das aber bedeute ein Ende für Europa und würde Wohlstand und Frieden gefährden, stellte sie fest. Den Herausforderungen, die etwa der Klimawandel mit sich bringe, könne man aber nicht begegnen, indem man die Grenzen schließe. Europa müsse zusammenhalten, um global mitgestalten zu können.

Mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik stellte Kohnen fest, der bisweilen von CSU-Politikern angeschlagene Ton habe mit Christlichkeit nichts mehr zu tun. Nötig sei stattdessen eine Debatte mit Sachlichkeit und "Wertigkeit."
− afb

 
 

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